Landesverband Bayern

 2013

Meistersinger-Wettbewerb in Nürnberg

Am Vorabend des 38. Bardentreffens, das seinen Ursprung Hans Sachs und dem Meistersinger-Wettbewerb zu verdanken hat, versammelten sich am Hauptmarkt in Nürnberg erneut die Meisterchöre, um ihr Publikum mit ihrem Gesang zu unterhalten. Und zwischen ihnen flanierten auch allerlei Gesellen des Handwerks. So erschienen Dachdecker, Zimmerer, Rechtschaffene Fremde, Metzger, Bäcker und Schornsteinfeger und verwiesen in ihrer traditionellen Tracht auf die lange Zunfttradition ihrer Gewerke. Unter den Vertretern der Bäckerzunft war der Obermeister, der Lehrlingswart, der Bäckerfachverein 1878 und die Sängergesellschaft 1884 der Bäcker-Innung Nürnberg. Unter Mitwirkung zahlreicher Chöre – Hans-Sachs-Chor Nürnberg, Bachchor St. Lorenz, Philharmonischer Chor Nürnberg, Extrachor des Staatstheaters und Lehrergesangverein Nürnberg – verwandelten die Staatsphilharmonie und der Opernchor des Staatstheaters Nürnberg den Hauptmarkt in das Zentrum eines Sängerfestes und genau wie bei Wagners Meistersingern versammelten sich die Bürgerinnen und Bürger im Herzen der Altstadt, um dem Gesang und der Musik zu lauschen. Auch ein kurzer Regenschauer konnte die Stimmung an diesem heißen Tag nicht trüben. Während die Aufführung in atemloser Spannung, nicht nur von den glücklichen 2.000 Zuhörern, die einen Sitzplatz ergattert, sondern auch von den rund 4.000 stehenden Besuchern, verfolgt wurde, brandeten am Ende „standing ovations“ auf und riefen die Künstler erfolgreich zu einer Zugabe auf die Bühne. Mit Verdis „Nabucco“ endete das Spektakel, das im Wagner-Jahr einen Höhepunkt im Nürnberger Kulturkalender bildet. Die Ermahnung Hans Sachs‘ war an diesem Abend definitiv unnötig: „Verachtet mir die Meister nicht, und ehrt mir ihre Kunst.“

Martin Scholz